Referenz: Inventura
Logoentwurf, Gestaltungsrichtlinien
Februar 2006
Auftrag: gestalten Sie ein Logo, welches gleichermassen "Seriösität", "Sicherheit" und "Aufstreben" verkörpert.
Auftraggeber: Versicherungsunternehmer, Existenzgründer in Bayern.
Zielgruppe: Versicherungsnehmer, vornehmlich jüngeren Alters, mittlere bis höhere Einkommensschichten
Vorgabe: Logoentwurf des Unternehmers
Vorgabe
Das gelieferte Logo konnte designerischen Maßstäben kaum genügen, aber deshalb kommen sie ja zu uns. Der Name „Inventura“ gerät durch die zu dominant gewählte Schrift des Claim zur Nebensache. Aus typographischer Sicht widerspricht es außerdem absolut den Regeln der Kunst, Schriften schief zu stellen, da dadurch das Bild der Buchstaben und somit der Charakter der Schrift verzerrt wird.
Der viel zu groß gewählte Zeilenabstand zerreißt den Claim in zwei Begriffe.
Wir gestalten das gelieferte Logo mit wenigen Mitteln neu, wodurch es sich zwar verbesserte, aber dennoch inakzeptabel blieb. Der Farbwechsel der positiven zur negativen Schrift ist unvorteilhaft, wodurch der Kreis immer noch als „abgeschnitten“ angesehen wird und durchstoßen wirkt, weniger als eine Rundung mit einer Spitze, die nach rechts oben zeigt.
Der Auftraggeber antwortet mit einer neuen Eigenkreation, bei der die oben erwähnten Punkte in gleichem Maße zutreffen. Neu ist die Farbwahl Blau, um kühl zu wirken. Das Tortenstück, das die aufstrebende „Inverntura“ darstellen soll, wird nicht in diesem Sinne interpretiert. Das Logo hat keinerlei Zusammenhalt.
Wir verwerfen die Vorgaben und Ideen nach Rücksprache mit dem Kunden und können nun ohne Vorgaben frei gestalten.
Die Schrift steht nun gerade, Blöcke in harmonischen Proportionen bieten Halt und Basis. Die Farben sind warm, weich, ähnlich einem Cognac, den man bei einem Gespräch in schweren Ledersesseln genießt. Das Quadrat am Ende scheint nicht zu kippen, sondern wie ein I-Punkt zu stehen, es ist nicht zu hoch, nicht zu dominant, lässt aber die Linie nach oben reichen.
Der Claim wird nebensächlich und könnte entfallen. Der Fokus liegt dann immer noch auf dem eigentlichen Firmennamen.
Der Auftraggeber möchte andere Farben, „Braun ist zu altmodisch“. Er wünscht sich sattes Gelb und kräftiges Grün („wie das Band der Sympathie.“) Außerdem sollen die Grundelemente „Rechteck, Dreieck, Kreis“ eingebunden werden, „das kennt jeder, da kann jeder etwas mit anfangen.“ Die Dreiecke sollten aber bitte aufstreben, nach oben zeigen.
Resultat ist ein Logo, welches keines mehr ist. Die Farben sind aufdringlich, die „Symbole“ überladen das Logo. Es enthält keinerlei Harmonien mehr.
Ein mal mehr ein Beispiel, wie kleine Änderungen eine Idee eine Gestaltung kippen lassen.
Es folgten weitere Brainstormings, in denen erarbeitet werden soll, wie „Sicherheit, Verlässlichkeit, Tatendrang“ dargestellt werden können. Wir zeigen hier nur einige Arbeits- und Diskussionsbeispiele.
Langsam aber allmählich verabschieden wir uns vom gegenständlichen. Es wird abstrakter, einfacher, weniger aufdringlich. Wir wollen das Bauchgefühl erreichen.
Ergebnis
Nun ist es an der Zeit alles über Bord zu werfen und noch einmal von vorne anzufangen.
Gestaltet wird ein Logo, ausgehend lediglich von einem einfachen Schriftzug. Eine Wortmarke, welches eine pfiffige Akzentuierung bekommt. Die Schrift wird stabil und modern gewählt, fast blockhaft, um dem Wunsch des Auftraggebers nach Grundelementen zu entsprechen. Dazu gesellt sich eine gebogene Linie. Gleichsam ein Lächeln, wie einer Waagschale, welche vollkommen ausbalanciert ist. Eine Schale wie eine sorgende Hand, die alles auffängt, obwohl das Wort leicht schwebt.
Eine Besonderheit sind die spitzen Ecken der Schale. Der Bogen könnte fortgesetzt werden, ohne dass er uns dazu zwingt fortgesetzt zu werden.
Das Orange (übrigens nahe dem ersten Entwurf) zeigt Wärme, Leuchtkraft und ist stark genug dem schweren Schriftzug Kontra zu bieten.
Visitenkarte
Auf Grundlage des Logos wurde nun eine Visitenkarte entworfen.
Die Gestaltung greift die Elemente auf und verwendet sie. Auf der Klappkarte im Hochglanzformat steht das Logo exakt im goldenen Schnitt.
Die Innenseite balancieren Name und Adresse aus. Der tabellarische Aufbau der Telefonnummern und die Gliederungen rechts zeigen „Ordnung und Schema“ an, eine Eigenschaft, welche bei Versicherungen von Vorteil ist.
Die Rückseite wird lediglich von einem Strich in Höhe des Bogens auf der Vorderseite gefüllt. Mehr Raum, mehr Ordnung, Klarheit für den Kunden in einem so verwirrenden Gebiet wie Versicherungen.
Die Visitenkarte als PDF zur genaueren Betrachtung.
Folgeauftrag: Flyer
Als Folgeauftrag erhielten wir die Aufgabe einen Flyer zur Werbung in Fahrschulen zu erstellen, mit dem Fahranfänger das Thema Versicherung näher gebracht werden soll.
Lesen Sie dazu unsere ausführliche Referenz.
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